Gemeinde Stadecken-Elsheim aktuell -
Gemeinde Stadecken-Elsheim
Mitgefühl & Sorge
Mitgefühl & Sorge
vor 10 Stunden
Zwischen Mitgefühl und Sorge - Obdachlosigkeit vor Ort
In den vergangenen Wochen haben uns Hinweise und Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern zu einer Person erreicht, die sich zeitweise im Gemeindegebiet und auch an verschiedenen anderen Orten innerhalb der Verbandsgemeinde Nieder-Olm aufhält.
Dabei werden insbesondere Aufenthalte im öffentlichen Raum, unter anderem im Umfeld von Spielplätzen, sowie Verhaltensweisen geschildert, die von Anwohnerinnen und Anwohnern als belastend und teilweise beunruhigend empfunden werden.
Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger nehmen wir ernst.
Insbesondere die Nähe zu Orten, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, kann verständlicherweise Verunsicherung auslösen. Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder Spielplätze und öffentliche Wege unbeschwert nutzen können.
Wenn Menschen auffälliges Verhalten beobachten oder Situationen als unübersichtlich und schwer einschätzbar erleben, entstehen Fragen und Ängste, die wir selbstverständlich ernst nehmen.
Aber: Hinter der Situation steht auch ein Mensch.
So verständlich die Sorgen der Bevölkerung sind, so wichtig ist es zugleich, die Perspektive des betroffenen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Obdachlosigkeit und ein Leben außerhalb der gewohnten gesellschaftlichen Strukturen können für Außenstehende kaum vorstellbar sein. Welche persönlichen, sozialen oder sonstigen Gründe dazu geführt haben, dass ein Mensch in einer solchen Situation lebt, wissen wir in der Regel nicht. Eine solche Lebenssituation darf deshalb nicht vorschnell mit persönlichen Eigenschaften oder einer pauschalen Bewertung des Menschen gleichgesetzt werden.
Unser Grundgesetz stellt die Würde des Menschen unter besonderen Schutz. Dieser Grundsatz gilt für jeden Menschen – unabhängig davon, wie jemand lebt, ob sein Verhalten unseren Vorstellungen entspricht oder ob wir seine Lebensweise verstehen können.
Deshalb sollte auch ein Mensch, dessen Verhalten als schwierig, auffällig oder belastend empfunden wird, mit Respekt und der gebotenen menschlichen Achtung behandelt werden. Die Achtung vor der Würde eines Menschen und das Bedürfnis der übrigen Bevölkerung nach Sicherheit und einem geordneten Zusammenleben sind keine Gegensätze. Beides muss zusammen gedacht werden.
Dabei gilt es, zwischen dem Menschen selbst und konkreten Verhaltensweisen zu unterscheiden.
Wo Regeln verletzt werden, wo andere Menschen erheblich beeinträchtigt werden oder wo konkrete Gefahren entstehen, müssen die zuständigen Behörden selbstverständlich prüfen, welche Maßnahmen im Rahmen der geltenden Gesetze möglich und erforderlich sind.
Gleichzeitig darf aus einzelnen Beobachtungen oder schwierigen Situationen keine pauschale Verurteilung eines Menschen entstehen. Insbesondere sollten keine Gerüchte oder Spekulationen über persönliche Hintergründe, Erkrankungen oder die Motive der betroffenen Person verbreitet werden.
Die derzeitige Situation zeigt einmal mehr, wie anspruchsvoll der Umgang mit Obdachlosigkeit und zeitweise auch auffälligem Verhalten im öffentlichen Raum sein kann.
Hier müssen unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden: der Schutz und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, die Interessen von Kindern und Jugendlichen, die Einhaltung der geltenden Regeln im öffentlichen Raum – aber eben auch die Menschenwürde und die persönliche Situation des betroffenen Menschen.
Miteinander statt gegeneinander.
Eine Gemeinde lebt davon, dass Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Das bedeutet auch, Sorgen anzusprechen und Probleme nicht zu verdrängen. Es bedeutet aber ebenso, Menschen, deren Lebenssituation uns fremd oder schwer verständlich erscheint, nicht aus unserer Gemeinschaft auszuschließen.
Auch Kinder sollten schon früh lernen, dass Obdachlosigkeit ein schicksalhaftes Problem ist und kein Grund für Ausgrenzung bedeuten darf. Eine frühzeitige Sensibilisierung für gesellschaftliche Vielfalt legt ein Fundament für eine Grundhaltung, von der sie und ihre Mitmenschen ein Leben lang profitieren.
Wir bitten daher alle Beteiligten um gegenseitigen Respekt, Besonnenheit und Toleranz.
Den Bürgerinnen und Bürgern danken wir für ihre Hinweise. Diese sollten immer, unabhängig der Person, direkt an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Zugleich bitten wir darum, nicht selbst in Konfliktsituationen einzugreifen oder die betroffene Person zu bedrängen. Bei akuten Gefahren oder konkreten Straftaten ist weiterhin die Polizei der richtige Ansprechpartner.
Unser gemeinsames Ziel sollte sein, eine Situation zu schaffen, in der sich alle kleinen und großen Einwohnerinnen und Einwohner sicher und wohl fühlen können – und zugleich ein Mensch in einer äußerst schwierigen Lebenssituation nicht seine Würde verliert.
Denn ein respektvolles Zusammenleben zeigt sich gerade dort, wo unterschiedliche Bedürfnisse und schwierige Situationen aufeinandertreffen.
Sönke Krützfeld, Ortsbürgermeister
Erika Doll, 1. Beigeordnete
Alexandra Stabel, Beigeordnete
Sebastian Felsch, Beigeordneter
Im Namen der SPD: Christian Goldschmitt und Yannick Laufersweiler
Im Namen der CDU: Michael Paschke
Im Namen der FDP: Jürgen Kloneck
Im Namen der FWG: Ulrich Reichert
In den vergangenen Wochen haben uns Hinweise und Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern zu einer Person erreicht, die sich zeitweise im Gemeindegebiet und auch an verschiedenen anderen Orten innerhalb der Verbandsgemeinde Nieder-Olm aufhält.
Dabei werden insbesondere Aufenthalte im öffentlichen Raum, unter anderem im Umfeld von Spielplätzen, sowie Verhaltensweisen geschildert, die von Anwohnerinnen und Anwohnern als belastend und teilweise beunruhigend empfunden werden.
Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger nehmen wir ernst.
Insbesondere die Nähe zu Orten, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, kann verständlicherweise Verunsicherung auslösen. Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder Spielplätze und öffentliche Wege unbeschwert nutzen können.
Wenn Menschen auffälliges Verhalten beobachten oder Situationen als unübersichtlich und schwer einschätzbar erleben, entstehen Fragen und Ängste, die wir selbstverständlich ernst nehmen.
Aber: Hinter der Situation steht auch ein Mensch.
So verständlich die Sorgen der Bevölkerung sind, so wichtig ist es zugleich, die Perspektive des betroffenen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Obdachlosigkeit und ein Leben außerhalb der gewohnten gesellschaftlichen Strukturen können für Außenstehende kaum vorstellbar sein. Welche persönlichen, sozialen oder sonstigen Gründe dazu geführt haben, dass ein Mensch in einer solchen Situation lebt, wissen wir in der Regel nicht. Eine solche Lebenssituation darf deshalb nicht vorschnell mit persönlichen Eigenschaften oder einer pauschalen Bewertung des Menschen gleichgesetzt werden.
Unser Grundgesetz stellt die Würde des Menschen unter besonderen Schutz. Dieser Grundsatz gilt für jeden Menschen – unabhängig davon, wie jemand lebt, ob sein Verhalten unseren Vorstellungen entspricht oder ob wir seine Lebensweise verstehen können.
Deshalb sollte auch ein Mensch, dessen Verhalten als schwierig, auffällig oder belastend empfunden wird, mit Respekt und der gebotenen menschlichen Achtung behandelt werden. Die Achtung vor der Würde eines Menschen und das Bedürfnis der übrigen Bevölkerung nach Sicherheit und einem geordneten Zusammenleben sind keine Gegensätze. Beides muss zusammen gedacht werden.
Dabei gilt es, zwischen dem Menschen selbst und konkreten Verhaltensweisen zu unterscheiden.
Wo Regeln verletzt werden, wo andere Menschen erheblich beeinträchtigt werden oder wo konkrete Gefahren entstehen, müssen die zuständigen Behörden selbstverständlich prüfen, welche Maßnahmen im Rahmen der geltenden Gesetze möglich und erforderlich sind.
Gleichzeitig darf aus einzelnen Beobachtungen oder schwierigen Situationen keine pauschale Verurteilung eines Menschen entstehen. Insbesondere sollten keine Gerüchte oder Spekulationen über persönliche Hintergründe, Erkrankungen oder die Motive der betroffenen Person verbreitet werden.
Die derzeitige Situation zeigt einmal mehr, wie anspruchsvoll der Umgang mit Obdachlosigkeit und zeitweise auch auffälligem Verhalten im öffentlichen Raum sein kann.
Hier müssen unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden: der Schutz und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, die Interessen von Kindern und Jugendlichen, die Einhaltung der geltenden Regeln im öffentlichen Raum – aber eben auch die Menschenwürde und die persönliche Situation des betroffenen Menschen.
Miteinander statt gegeneinander.
Eine Gemeinde lebt davon, dass Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Das bedeutet auch, Sorgen anzusprechen und Probleme nicht zu verdrängen. Es bedeutet aber ebenso, Menschen, deren Lebenssituation uns fremd oder schwer verständlich erscheint, nicht aus unserer Gemeinschaft auszuschließen.
Auch Kinder sollten schon früh lernen, dass Obdachlosigkeit ein schicksalhaftes Problem ist und kein Grund für Ausgrenzung bedeuten darf. Eine frühzeitige Sensibilisierung für gesellschaftliche Vielfalt legt ein Fundament für eine Grundhaltung, von der sie und ihre Mitmenschen ein Leben lang profitieren.
Wir bitten daher alle Beteiligten um gegenseitigen Respekt, Besonnenheit und Toleranz.
Den Bürgerinnen und Bürgern danken wir für ihre Hinweise. Diese sollten immer, unabhängig der Person, direkt an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Zugleich bitten wir darum, nicht selbst in Konfliktsituationen einzugreifen oder die betroffene Person zu bedrängen. Bei akuten Gefahren oder konkreten Straftaten ist weiterhin die Polizei der richtige Ansprechpartner.
Unser gemeinsames Ziel sollte sein, eine Situation zu schaffen, in der sich alle kleinen und großen Einwohnerinnen und Einwohner sicher und wohl fühlen können – und zugleich ein Mensch in einer äußerst schwierigen Lebenssituation nicht seine Würde verliert.
Denn ein respektvolles Zusammenleben zeigt sich gerade dort, wo unterschiedliche Bedürfnisse und schwierige Situationen aufeinandertreffen.
Sönke Krützfeld, Ortsbürgermeister
Erika Doll, 1. Beigeordnete
Alexandra Stabel, Beigeordnete
Sebastian Felsch, Beigeordneter
Im Namen der SPD: Christian Goldschmitt und Yannick Laufersweiler
Im Namen der CDU: Michael Paschke
Im Namen der FDP: Jürgen Kloneck
Im Namen der FWG: Ulrich Reichert
von Alexandra Stabel